2. Säule

Salat (Gebet)
Das tägliche Gebet, das fünfmal am Tag zu festen Zeiten verrichtet wird:

  • Fajr (vor Sonnenaufgang)
  • Dhuhr (mittags)
  • Asr (nachmittags)
  • Maghrib (direkt nach Sonnenuntergang)
  • Isha (abends)

Das Gebet ist ein wesentlicher Bestandteil des Islams und stärkt die Verbindung des Gläubigen zu Allah. Vor jedem Gebet ist eine Waschung notwendig.

Abdest (Waschung):

1. Absicht (Niyyah):

Die Absicht (Niyyah) ist wichtig. Du musst dir im Herzen bewusst sein, dass du die Waschung für das Gebet machst. Es ist nicht nötig, die Absicht laut auszusprechen.

2. Hände waschen:

  • Wasche deine Hände bis zu den Handgelenken dreimal, zuerst mit der rechten Hand, dann mit der linken.
  • Achte dabei darauf, dass du auch zwischen den Fingern gut wäschst.

3. Mund und Nase spülen:

  • Mund spülen: Nimm mit der rechten Hand etwas Wasser und spüle deinen Mund dreimal aus.
  • Nase spülen: Nimm mit der rechten Hand Wasser und ziehe es vorsichtig durch die Nase. Danach schnäube das Wasser aus. Dies auch dreimal.

4. Gesicht waschen:

  • Wasche dein gesamtes Gesicht einmal. Es sollte vom Stirnansatz bis zum Kinn und von einem Ohr bis zum anderen Ohr abgedeckt sein.
  • Achte darauf, dass du dabei auch die Haare an den Schläfen berücksichtigst.

5. Arme waschen:

  • Wasche den rechten Arm von den Fingerspitzen bis zum Ellenbogen dreimal.
  • Wiederhole dies mit dem linken Arm.

6. Kopf abwischen:

  • Wische einmal mit den nassen Händen über deinen Kopf. Es reicht, wenn du den Kopf mit den Handflächen abwischst, vom Stirnansatz bis zum Nacken.
  • Du kannst dabei die Haare berühren, es ist jedoch nicht erforderlich, den gesamten Kopf zu waschen.

7. Ohren abwischen:

  • Wische mit den Zeigefingern ins Innere deiner Ohren und mit den Daumen an den hinteren Teil der Ohren.

8. Füsse waschen:

  • Wasche den rechten Fuss bis zum Knöchel dreimal.
  • Wiederhole dies auch für den linken Fuss.
  • Achte darauf, dass du zwischen den Zehen gründlich wäschst.

9. Zusätzliche Hinweise:

  • Wenn du Abdest machst, solltest du darauf achten, dass du nicht zu viel Wasser verbrauchst.
  • Die Waschung sollte in der Reihenfolge und ohne grössere Unterbrechungen durchgeführt werden.

Abschluss:

Nach dieser Waschung bist du bereit für das Gebet (Salat). Stelle sicher, dass deine Kleidung und der Ort, an dem du beten möchtest, ebenfalls rein sind.

Einleitung zum Gebet:

Die folgenden Informationen beziehen sich auf die Gebetspraxis nach der sunnitischen Rechtsschule (Hanafi, Shafi'i, Maliki, Hanbali). Die Sunnah-Rak'ahs sind freiwillige Gebete, die der Prophet Muhammad (saw) regelmäßig verrichtet hat und eine bedeutende Rolle im täglichen Leben der Muslime spielen. Diese freiwilligen Gebete sind hoch empfohlen, um die Verbindung zu Allah zu stärken und die täglichen Gebete zu vervollständigen.

Ein besonderes Augenmerk verdient das Freitagsgebet (Jumu'ah), das eine wichtige religiöse Praxis im Islam darstellt. Es ersetzt das Dhuhr-Gebet und wird anstelle dieses Gebets an einem Freitag verrichtet. Es ist ein Gemeinschaftsgebet, bei dem Muslime sich versammeln und einer Predigt (Khutbah) lauschen, die eine besondere Bedeutung hat.

 

1. Fajr (Morgengebet)

  • 2 Rak'ahs Pflicht.
  • 2 Rak'ahs Sunnah (vor dem Gebet).

 

2. Dhuhr (Mittagsgebet)

  • 4 Rak'ahs Pflicht.
  • 4 Rak'ahs Sunnah (vor dem Gebet).
  • 2 Rak'ahs Sunnah (nach dem Gebet).

 

3. Asr (Nachmittagsgebet)

  • 4 Rak'ahs Pflicht.
  • 4 Rak'ahs Sunnah (optional, vor dem Gebet).

 

4. Maghrib (Abendgebet)

  • 3 Rak'ahs Pflicht.
  • 2 Rak'ahs Sunnah (nach dem Gebet).

 

5. Isha (Nachtgebet)

  • 4 Rak'ahs Pflicht.
  • 4 Rak'ahs Sunnah (optional, vor dem Gebet).
  • 2 Rak'ahs Sunnah (nach dem Gebet).
  • 3 Rak'ahs Nafl (nach dem Gebet), häufig in 2+1 Struktur.

 

Das Freitagsgebet (Jumu'ah)

Das Freitagsgebet (Jumu'ah) ersetzt das reguläre Dhuhr-Gebet und wird an jedem Freitag zu einer festgelegten Zeit abgehalten. Es besteht aus 2 Rak'ahs und beinhaltet eine Predigt (Khutbah), die der Imam vor dem Gebet hält. Das Jumu'ah-Gebet ist für Männer verpflichtend und sollte in Gemeinschaft verrichtet werden. Es wird als besonders gesegnet angesehen, da es den Gläubigen die Gelegenheit gibt, sich als Gemeinschaft zu versammeln und sich spirituell zu stärken.